Einstein und die Räuber
Enteignung Einsteins durch die Nazis
inzwischen verstorbenen Tochter Ilse eingetragen. Man entschloss sich, die Paragraphen "ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse" anzuwenden. Der Nachweis, dass Einstein die Immobilie "zur Förderung kommunistischer oder volks- und staatsfeindlicher Bestrebungen gebraucht" hat, konnte nicht erbracht werden. Daran änderte auch ein Verhör der Haushälterin durch die Gestapo nichts. Dennoch ließ sich der Preußische Staat am 6. August 1935 beim Amtsgericht Potsdam als neuer Eigentümer im Grundbuch eintragen. Am 27. August 1936 konnte die Gemeinde Caputh Haus und Grundstück für weniger als die Hälfte des Schätzwertes kaufen.
Das geliebte Segelboot "Tümmler" wurde am 12. Juni 1933 "beschlagnahmt und für das Reich sichergestellt", angeblich um Einstein daran zu hindern, das Boot "ins Ausland zu verschieben", wie schon am selben Tag in der Berliner Vossischen Zeitung zu lesen war. Einsteins Rechtsanwalt hat erfolglos Einspruch erhoben. Am 16. August 1933 wurde das Boot von der Gestapo zugunsten des Preußischen Staates eingezogen. Am 7. November 1933 hat das
Regierungspräsidium in Potsdam dasselbe noch einmal beschlagnahmt und eingezogen. Und schließlich kam auch noch die Berliner Kriminalpolizei und wollte beschlagnahmen. Am 9. Januar 1934 verfügte die Gestapo den Verkauf, doch sollte der Käufer vorher geprüft werden, "um zu verhindern, daß das Boot etwa wieder von staatsfeindlich eingestellten Personen erworben wird". Am 28. Februar 1934 wurde der Jollenkreuzer aus massiv Mahagoni mit Hilfsmotor und Zubehör in der Potsdamer Tageszeitung annonciert und ging zum Höchstgebot an einen Zahnarzt aus Nowawes.
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