Leo Szilard
Kühlschrank und Atombombe
Mit dem 19 Jahre jüngeren Physiker konstruierte Einstein einen neuartigen Kühlschrank, dessen Technik später in Atomreaktoren verwendet wurde. Die militärische Nutzung der Atomkraft wiederum war es, die Szilard 1939 zu Einstein trieb, um mit ihm einen folgenschweren Brief zu aufzusetzen.
Der aus einer ungarisch-jüdischen Kaufmannsfamilie stammende Leo Szilard kam 1920 nach Berlin. Eigentlich wollte er sein Ingenieursstudium fortzusetzen, doch begann er sich für die Physik zu begeistern. Seine Begabung fiel auf. Bald besuchte er Einstein regelmäßig zwecks gemeinsamer Grübeleien. Er überraschte ihn und seinen Doktorvater von Laue mit einer brillanten Dissertation, die ein fünfzig Jahre altes physikalisches Problem löste. Neben ihren theoretischen Spekulationen beschäftigte Szilard und Einstein der Entwurf eines neuartigen Kühlschranks. Sie meldeten acht Patente zu ihrer elektromagnetischen Pumpe an, die ohne bewegliche Teile auskommt und Jahrzehnte später in der Reaktortechnik Verwendung finden sollte.
Der umtriebige Szilard war extrem pessimistisch, was die Zukunft Deutschlands und Europas anging. Er verließ kurz nach dem 30. Januar 1933 Berlin und ging nach London, wo er sich um die Unterstützung und Vermittlung vertriebener deutscher Akademiker bemühte und dazu immer in Kontakt mit Einstein blieb. 1937 ging er in die USA.
Anfang der 30er hatte Szilard noch keinen Namen als Physiker und überlegte deshalb, zur Biologie zu wechseln, der er eine revolutionäre Epoche prophezeite. Doch vorerst schlug ihn die Atomphysik in ihren Bann: Als einer der ersten kam er auf das Prinzip einer atomaren Kettenreaktion. Beeinflusst durch den Science Fiction-Autor H. G. Wells hoffte Szilard Anfang der 30er Jahre, mit der Atomkraft der Menschheit die notwendige Energie zur Verfügung zu stellen,
mit der Einstein-Zitatmaschine!









