"Einstein vs. Newton"
Sir Isaac Newtons relative Autorität
Einstein selbst sah sich trotzdem nicht als der Revolutionär, der Newton vom Sockel holte. Er blieb in vielem den Methoden von Newton treu. In dem Aufbau seiner Theorie eiferte er ihm nach: Allgemeine Prinzipien aufstellen, aus diesen mit mathematischen Methoden physikalische Gesetzte ableiten, die exakte Vorhersagen erlauben, die sich dann in der Beobachtung und im Experiment bewähren müssen. Über seine Relativitätstheorie, die ein von Newtons Vorstellung gänzlich verschiedenes Bild von der Gravitation zeichnet, schreibt Einstein: Niemand aber soll denken, dass durch diese oder irgendeine andere Theorie Newtons große Schöpfung im eigentlichen Sinne verdrängt werden könne. Seine klaren und großen Ideen werden als Fundament unserer ganzen modernen Begriffsbildung auf dem Gebiet der Naturphilosophie ihre eminente Bedeutung in aller Zukunft behalten.
Solche Äußerungen sind für Einstein keine höflichen Floskeln. Das zeigt sich z.B. wenn er unter Berufung auf Newton, seine Kritik an der Quantenmechanik formuliert: Wer wollte so vermessen sein, heute die
Frage zu entscheiden, ob Kausalgesetz und Differenzialgesetz, diese letzten Prämissen Newtonscher Naturbetrachtung, definitiv verlassen werden müssen? In dieser Theorie, die den Zufall in die Naturgesetze einbaut, vermisst er die exakten Vorhersagen, die Newton in die Physik eingeführt hatte.
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