Niels Bohr
Wie Welle und Teilchen
Niels Bohr ist Einsteins großer Gegenspieler im Streit um die Quantenmechanik. Trotzdem bleiben sich die gegensätzlichen Charaktere freundschaftlich verbunden.
Nicht oft im Leben hat mir ein Mensch durch sein bloße Gegenwart solche Freude gemacht wie Sie, schreibt Einstein 1920 an Niels Bohr. Er ist begeistert von dem dänischen Physiker, der ihn gerade in Berlin besucht hat. Die tiefe persönliche Zuneigung der beiden großen Theoretiker, die sich bei diesem ersten Treffen entwickelt, beruht auf Gegenseitigkeit.
Bohr formuliert 1913 erstmals ein Atommodell, das sehr viele Beobachtungen erklären kann. Einstein ist sofort begeistert. Die Leistung Bohrs, erschien mir wie ein Wunder, wird er sich später erinnern. Das ist höchste Musikalität auf dem Gebiet des Gedankens.
Bohr und Einstein teilen die Leidenschaft für die Suche nach den Prinzipien der Physik. In den meisten anderen Aspekten ihrer Charaktere aber sind sie
grundverschieden. Bohr war in seiner Jugend ein begeisterter Fußballer, 1908 ist er Ersatztorwart in der dänischen Olympiamannschaft. Einstein verabscheut Sport zeitlebens. Der Schweizer in Deutschland ist ein sprachbegabter Vielschreiber, der dänische Physiker quält sich mit dem Formulieren, diktiert mühsam seine Artikel. Dafür sammelt er Schüler um sich, schafft es, fast kollektiv zu arbeiten. Einstein bleibt Einzelgänger, der sich zwar von Gesprächen mit Kollegen und Freunden inspirieren lässt, aber sein Theorien alleine ausbrütet.
Der 1885 geborene Bohr wird 1916 der erste Professor für Theoretische Physik in Dänemark. Zielstrebig arbeitet er daran, aus Kopenhagen zu einem Anziehungspunkt für theoretische Physiker zu machen. Und tatsächlich wird sein, zu einem großen Teil mit
mit der Einstein-Zitatmaschine!









