Janos Plesch
Einsteins Arzt und Freund
Der Geltungsdrang und die Prunksucht seines Arztes waren Einstein fremd, über seine medizinischen Fähigkeiten urteilte er wie andere Zeitgenossen zwiespältig, doch schätzte er ihn vor allem als Freund.
Janos Plesch, 1878 in Budapest geboren, entstammte einer jüdisch-ungarischen Familie, unter deren Vorfahren bereits einige Mediziner waren. Die Rückständigkeit der ungarischen Verhältnisse in der Habsburger Monarchie hat schon der Schüler als traumatisch empfunden. Der Medizinstudent in Budapest sucht Weiterbildung in Österreich, Deutschland und Italien. In einem kleinen Dorf in der Tatra übt er saisonal die Arztrolle. Von dort mochte seine Überzeugung stammen, "dass die Wurzeln aller Behandlungsmethoden in der Volksmedizin zu suchen sind", deren elementare Methoden - "Aderlass, Purgieren, Hunger, Schwitzen, Erbrechen" - er treffend "heroische Therapie" nennt.
Um "die Basis für den Aderlass zu erforschen", ging er nach Berlin. 1909 erschien dazu die Arbeit "Haemodynamik". 1910 erhielt er "auf Grund wissenschaftlich erprobter Leistungen ohne Prüfung die Approbation als Arzt für das Deutsche Reich" und den Professorentitel. Nachdem er 1917 in eine reiche Industriellenfamilie geheiratet hatte, avancierte er zum Modearzt der Berliner Prominenz, die er bei sich versammelte, und zu der bald auch Einstein gehörte. Plesch, der zum Haus in Berlin einen Landsitz in Gatow am Westufer der Havel hinzukaufte und einen ganzen Fuhrpark an teuren Autos unterhielt, wurde zum "Prototyp eines eleganten und versnobten Salonlöwen, der sich immer eine Spur zu auffällig benahm".
mit der Einstein-Zitatmaschine!









