Fliegende Katzbuckel
Die lahme Ente
Einstein hat sich immer wieder auch mit technischen Erfindungen beschäftigt. Mitten im ersten Weltkrieg entwarf er Tragflächen für Flugzeuge.
Kurz nachdem Einstein die Allgemeine Relativitätstheorie abgeschlossen hatte, schrieb er einen Artikel über eine Elementare Theorie der Wasserwellen und des Fluges. Für ihn eine Art theoretische Fingerübung. In dem Artikel schlug er eine neue Tragflächenform für Flugzeuge vor. Enttäuscht, dass niemand seine Idee aufgriff, wandte er sich selbst an die Luftverkehrsgesellschaft in Berlin-Johannisthal.
So kam es, dass der vehemente Kriegsgegner Einstein 1916 an kriegswichtigem Gerät experimentierte. Seine wie Katzbuckel geformten Tragflächen wurden auf einen Doppeldecker montiert. Todesmutige Piloten konnten mit dem Gerät tatsächlich ein paar Meter vom Boden abheben, aber die Flugmaschine hing in gefährlicher Schräglage in der Luft.
Nach einigen Verbesserungen schwebte sie zwar waagrecht über den Trainingsflugplatz und auch Kurven waren möglich, aber aus der schwangeren war nun eine lahme Ente geworden, wie sich ein Testpilot später erinnerte.
Damit war Einsteins Ausflug unter die Flugzeugkonstrukteure beendet. Er musste einsehen, dass es von einem richtig erkannten Prinzip bis zur technisch erfolgreichen Erfindung manchmal ein weiter Weg ist: Obwohl es wahr sein dürfte, dass man so das Prinzip des Fluges am einfachsten verständlich machen kann, so folgt aber daraus durchaus nicht, dass es vernünftig ist, eine Tragfläche in solcher Weise zu formen. Im Grunde konnte Einstein glücklich sein, dass seine Idee sich als Fehlschlag herausstellte. Man stelle sich vor, aus einem Einsteinflügler wären deutsche Gasbomben auf die französischen Soldaten geworfen worden.
mit der Einstein-Zitatmaschine!









