Zwischenspiel in Prag
"halb barbarisch"
Nur 16 Monate dauerte das Intermezzo Albert Einsteins in Prag. Angelockt von einer ordentlichen Professur und einen relativ hohem Gehalt zog er mit seiner Ehefrau Mileva und seinen beiden Söhnen im April 1911 in die goldene Stadt an der Moldau. Im Sommer 1912 kehrten sie zurück nach Zürich.
Die Stellung in Prag als Ordentlicher Professor verlieh ihm einiges an Sozialprestige und das Jahresgehalt in Höhe von etwa 9.000 Franken reichte neben einer großen Neubauwohnung sogar zu einem Dienstmädchen. Fast alle Biografen Einsteins vermuten, dass er aus reinen Geldgründen dem Ruf an die wissenschaftlich unbedeutende Prager Universität folgte.
Doch von den Arbeitsbedingungen her fühlte sich Einstein wohl, weniger begeistert war er von seinen Studenten. Unter seinen Seminarteilnehmern entdeckte er nur ein ordentliches Mannsbild und sonst nur zwei halbwegs
brauchbare Studentinnen. Vor allem die Quantenphysik beschäftigte Einstein in seiner Prager Zeit. Den Blick aus seinem Arbeitszimmer in den Park einer Nervenheilanstalt kommentierte er mit: Sie sehen dort einen Teil der Verrückten, die sich nicht mit Quantentheorie beschäftigen.
Allerdings befremdeten Einstein die hygienischen Bedingungen in der Stadt. Aus den Wasserleitungen kam eine braune Brühe, die stets abgekocht werden musste. Trinkwasser gab es nur aus Flaschen. Damit nicht genug, an der Uni tobten Machtkämpfe und Intrigen. Mir hat die Teilnahme an den Fakultätssitzungen oft ein Theater erspart. Und die Bürokratie der k. u. k. Donau-Monarchie stand in voller Blüte, unendlich viel Schreibereien für den unbedeutendsten Dreck, klagte Einstein.
mit der Einstein-Zitatmaschine!









